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Hermann Max Pechstein
Hermann Max Pechstein, geboren am Silvestertag des Jahres 1881 im sächsischen Zwickau, war ein Pionier des deutschen Expressionismus, der mit kräftigen Farben und ausdrucksstarken Formen die Kunstwelt nachhaltig aufrüttelte. Seine künstlerische Ausbildung begann an der Kunstgewerbeschule sowie an der Kunstakademie Dresden. Im Jahr 1906 schloss er sich der berühmten Künstlervereinigung „Brücke“ an, zu deren bekanntesten Vertretern er rasch aufstieg. Pechsteins Drang nach neuen Horizonten führte ihn bald nach Berlin, wo er 1908 seinen Wohnsitz nahm und die Neue Sezession mitbegründete, um der modernen Malerei eine breite Bühne zu verschaffen.
Pechstein zog es stets in die freie Natur und an entlegene Orte, um Inspiration abseits der großstädtischen Hektik zu finden. Besondere Bedeutung erlangten seine mehrmonatigen Sommeraufenthalte an der Kurischen Nehrung im Fischerdorf Nidden sowie seine ausgedehnte Reise zu den Palau-Inseln in der Südsee in den Jahren 1913 und 1914. Die dort entstandenen Ölgemälde, Zeichnungen und Grafiken fingen mit intensiver Farbigkeit exotische Motive, Fischer bei der Arbeit und idyllische Küstenlandschaften ein. Obwohl er im Ersten Weltkrieg an der Westfront dienen musste, setzte er seine Arbeit fort und erlangte in den 1920er Jahren hohe offizielle Anerkennung, darunter 1923 die Berufung an die Preußische Akademie der Künste.
Mit der Machtübernahme der Nationalsozialisten nahm Pechsteins Karriere eine dramatische Wendung: Seine Arbeiten wurden als „entartete Kunst“ gebrandmarkt, er wurde aus dem Lehramt entlassen und mit einem Ausstellungs- sowie Malverbot belegt. Pechstein zog sich während dieser düsteren Jahre in die ländliche Abgeschiedenheit nach Hinterpommern zurück. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs erfuhr er späte Gerechtigkeit und hohe Würdigung: Er wurde als Professor an die Hochschule der Künste in Berlin berufen und erhielt unter anderem das Große Verdienstkreuz der Bundesrepublik Deutschland. Bis zu seinem Tod im Juni 1955 in Berlin blieb Pechstein ein unermüdlicher Meister der Druckgrafik und Malerei.