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Jean Dunand

Jean Dunand, gebürtig Jules John Dunand, kam am 20. Mai 1877 im schweizerischen Lancy zur Welt und entwickelte sich zu einem der brillantesten Tausendsassas des Art déco. Der gebürtige Schweizer, der später die französische Staatsbürgerschaft annahm, begann seine künstlerische Ausbildung zunächst an der Genfer Gewerbeschule, bevor er nach Paris zog, um sich beim Bildhauer Jean Dampt weiterzubilden. Ursprünglich auf das Bildhauergewerbe fixiert, wandte er sich rasch den angewandten Künsten zu und erforschte mit unermüdlichem Eifer die Geheimnisse der Metallbearbeitung, der sogenannten Dinanderie. Seine Werke umfassten prachtvolle Vasen, filigranen Schmuck sowie atemberaubende Möbelstücke, die das Pariser Publikums im Sturm eroberten.

Der große Wendepunkt in Dunands Schaffen ereignete sich im Jahr 1912, als er mit dem japanischen Lackkünstler Seizo Sugawara zusammentraf. Sugawara weihte ihn in die jahrhundertealten, extrem aufwendigen Geheimnisse der asiatischen Lackkunst ein – ein Handwerk, das Geduld, Präzision und außergewöhnliche Ausdauer erforderte. Dunand meisterte diese anspruchsvolle Technik perfekt und kombinierte sie meisterhaft mit geometrischen Art-déco-Formen sowie metallischen Glanzoberflächen. Sein Atelier entwickelte sich schnell zu einer geschäftigen Werkstatt mit zahlreichen Handwerkern, in der riesige Raumteiler, Wandpaneele und luxuriöse Inneneinrichtungen für die High Society gefertigt wurden.

Gegen Ende seiner Karriere erreichte Dunand den Höhepunkt seines internationalen Ruhms, als er spektakuläre Großaufträge erhielt, darunter die monumentalen Lackpaneele für den legendären Luxusliner SS Normandie. Seine Entwürfe waren geprägt von stilisierten Tier- und Pflanzenmotiven, edlen Materialien wie Elfenbein und Perlmutt sowie unverwechselbarer Eleganz. Am 7. Juni 1942 verstarb der Meister des Art déco in Paris, hinterließ jedoch ein monumentales künstlerisches Erbe, das bis heute Kunstsammler auf der ganzen Welt begeistert.

Interessanter Fakt:

Um die komplexe Kunst der Urushi-Lackierung zu erlernen, tauschte Jean Dunand sein Wissen über die europäische Kupfer- und Metallbearbeitung ein und gab dem japanischen Meister Seizo Sugawara im Gegenzug Unterricht im Treiben von Metallgefäßen.

Bedeutende Kunstwerke & Bilder von Jean Dunand:

1. "Vase en dinanderie" (1913)
2. "Les Palmiers" (1925)
3. "Portrait de Madame Agnès" (1926)
4. "Paravent aux Faisans" (1928)
5. "Paravent La Conquête du Cheval" (1930)
6. "Panneau décoratif pour le Paquebot Normandie" (1935)
7. "Vase en laque et coquille d'œuf" (1925)
8. "Table basse en laque noire et or" (1930)
9. "Portrait de Colette" (1927)
10. "Paravent Les Cerfs" (1928)