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Heinrich Campendonk

Heinrich Mathias Ernst Campendonk erblickte am 3. November 1889 im beschaulichen Krefeld das Licht der Welt. Als Sohn eines Textilkaufmanns absolvierte er zunächst eine Lehre im Textilgewerbe, bevor er von 1905 bis 1909 an der Handwerker- und Kunstgewerbeschule Krefeld unter Johan Thorn Prikker seine künstlerische Ausbildung genoss. Auf Einladung von August Macke schloss er sich 1911 der berühmten Künstlergruppe „Der Blaue Reiter“ an und wurde zu einer prägenden Figur des deutschen Expressionismus, deren Werke sich durch leuchtende Farben und symbolträchtige Formen auszeichneten.

In den 1920er Jahren lehrte Campendonk an verschiedenen Kunstschulen, darunter ab 1926 als Professor für Glasmalerei, Wandmalerei und Mosaik an der Kunstakademie Düsseldorf. Mit der Machtübernahme der Nationalsozialisten im Jahr 1933 nahm seine Karriere in Deutschland jedoch ein abruptes Ende: Er wurde als „entarteter Künstler“ diffamiert, aus dem Lehramt entlassen und mit Ausstellungsverboten belegt. Im Jahr 1934 kehrte er seiner Heimat für immer den Rücken und emigrierte über Belgien in die Niederlande, wo er ab 1935 an der Rijksakademie van beeldende kunsten in Amsterdam lehrte und später sogar deren Direktor wurde.

In den Niederlanden fand Campendonk eine neue Heimat und feierte große Erfolge mit seinen dekorativen Arbeiten; so gewann er 1937 auf der Pariser Weltausstellung den Grand Prix für ein von ihm gestaltetes Glasfenster. Nach dem Zweiten Weltkrieg kehrte er nicht mehr nach Deutschland zurück, sondern nahm kurz vor seinem Tod die niederländische Staatsbürgerschaft an. Am 9. Mai 1957 verstarb der hochgeachtete Künstler im Alter von 67 Jahren in Amsterdam.

Interessanter Fakt:

Heinrich Campendonk wurde Jahrzehnte nach seinem Tod unfreiwillig zum Hauptdarsteller eines der größten Kunstskandale der Geschichte: Das angebliche Campendonk-Gemälde „Rotes Bild mit Pferden“ entpuppte sich als eine Fälschung des Meisterschwindlers Wolfgang Beltracchi, der nur deshalb aufflog, weil er ein Pigment mit Titanweiß verwendete, das zur angeblichen Entstehungszeit des Bildes noch gar nicht existierte.