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Emil Nolde
Hans Emil Hansen erblickte am 7. August 1867 im beschaulichen Dorf Nolde das Licht der Welt. Der Bauernsohn entdeckte früh, dass das Pflügen weniger sein Metier war als das Gestalten. So absolvierte er in Flensburg eine Lehre zum Schnitzer und Möbelzeichner, wanderte durch verschiedene Werkstätten in Karlsruhe, München sowie Berlin und lehrte schließlich Zeichnen in St. Gallen. Doch der Traum vom freien Künstlertum ließ ihn nicht los. Nach Studienreisen nach Paris und der Heirat mit der Schauspielerin Ada Vilstrup benannte er sich schlicht nach seinem Heimatort: Emil Nolde war geboren.
Farbe war für Nolde kein bloßes Gestaltungsmittel, sondern eine Naturgewalt. Als Pionier des Expressionismus schloss er sich kurzzeitig der berühmten Künstlergruppe „Die Brücke“ an und stellte mit dem „Blauen Reiter“ aus. Seine Werke zeigten leuchtende Blumengärten, stürmische Meere, religiöse Visionen und Einflüsse von seinen Reisen. Nolde wanderte stets auf eigenen Pfaden, zerstritt sich mit der Berliner Secession und zog sich am liebsten nach Seebüll zurück, um die gewaltigen Naturkräfte der nordfriesischen Landschaft einzufangen.
Ein besonders vielschichtiges Kapitel bildet Noldes Haltung im Nationalsozialismus. Obwohl er ein früher Anhänger der NSDAP und überzeugter Antisemit war, sparte das NS-Regime nicht an Verachtung für seine Kunst. Seine Werke wurden als „entartete Kunst“ diffamiert und in Scharen aus Museen entfernt. Schließlich belegte man ihn 1941 sogar mit einem Malverbot. Unbeeindruckt zog er sich heimlich zurück und schuf im Verborgenen hunderte kleine Aquarelle, die er treffend seine „ungemalten Bilder“ nannte. Nach dem Krieg wieder rehabilitiert und geehrt, verstarb der weltberühmte Expressive 1956 in Seebüll.