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Edward Cucuel

Edward Alfred Cucuel wurde am 6. August 1875 in San Francisco geboren und bewies schon früh ein Händchen für die bildende Kunst. Bereits im zarten Alter von etwa 14 Jahren schrieb er sich an der San Francisco School of Design ein und verdingte sich als Illustrator für lokale Zeitungen wie „The Examiner“. Doch wie es sich für einen aufstrebenden Künstler des späten 19. Jahrhunderts gehörte, zog es ihn rasch über den Atlantik: Paris rief! An der Académie Julian und der École des Beaux-Arts feilte er an seiner Technik, bevor er Ende der 1890er Jahre als Zeitungsillustrator in New York, Berlin und Leipzig tätig war und Ausflüge unternahm, um die alten Meister in Frankreich und Italien zu studieren.

Nach ausgedehnten Studienreisen, die ihn 1904 unter anderem nach Spanien, Algerien, Sri Lanka, Japan und China führten, ließ er sich 1907 schließlich im Kunstmekka München nieder. Hier schloss er sich der Künstlergruppe „Die Scholle“ an und knüpfte eine enge Freundschaft mit dem Maler Leo Putz. Unter dessen Einfluss entdeckte Cucuel die Freilichtmalerei für sich und verbrachte Jahre auf Schloss Hartmannsberg am Chiemsee. Dort lernte er auch seine spätere Frau, die Blumen- und Stilllebenmalerin Clara Lotte von Marcard, kennen. In den folgenden Jahrzehnten erfand er seinen ganz eigenen impressionistischen Stil, der vor allem von lichtdurchfluteten Szenen mit jungen Frauen an bayerischen Seen und eleganten Akten geprägt war.

Während des Ersten Weltkriegs zog sich Cucuel nach Holzhausen am Ammersee zurück und baute sich später Ateliers in München und Starnberg auf. Zwischen 1928 und 1939 verbrachte das Künstlerpaar die Sommer in Bayern und die Winter in New York. Der Ausbruch des Zweiten Weltkriegs im Jahr 1939 zwang den US-Amerikaner schließlich zur endgültigen Rückkehr in seine Heimat. Er ließ sich im kalifornischen Pasadena nieder, wo er am 18. April 1954 verstarb. Seine Werke sind heute in namhaften Sammlungen und Museen vertreten, darunter das Art Institute of Chicago, das Detroit Institute of Arts und das Carnegie Institute in Pittsburgh.

Interessanter Fakt:

Bevor sich Edward Cucuel ganz der stimmungsvollen Freilichtmalerei widmete, arbeitete er als rasender Reporter und Illustrator für Zeitungen. Auf seinen ausgedehnten Weltreisen verfasste und illustrierte er sogar Berichte über die Weltausstellung in St. Louis im Jahr 1904.