Desværre ingen produkter i denne kollektion

Otto Mueller

Otto Mueller wurde am 16. Oktober 1874 im schlesischen Liebau geboren. Nach einer Lithografenlehre und dem Studium an den Kunstakademien in Dresden und München zog es ihn 1908 nach Berlin. Dort traf er auf den Bildhauer Wilhelm Lehmbruck, dessen schlanke Körperformen seine eigene Ästhetik nachhaltig prägten. Nachdem ihm die Aufnahme in die Berliner Secession verwehrt wurde, gründete er 1910 zusammen mit anderen abgelehnten Künstlern die Neue Secession und schloss sich im selben Jahr der berühmten Künstlergruppe „Die Brücke“ an. Im Vergleich zu den knalligen Farben seiner Brücke-Kollegen bevorzugte Mueller jedoch gedämpfte, lyrische Töne und Leimfarben auf grober Leinwand.

Das zentrale Thema in Muellers Schaffen war das harmonische Zusammenspiel von Mensch und Natur. Bekannt wurde er vor allem durch seine charakteristischen Darstellungen von weiblichen Akten in Landschaftsräumen sowie Szenen aus dem Leben der Roma. Nach seinem Kriegsdienst im Ersten Weltkrieg, bei dem er 1917 an einer lebensgefährlichen Lungenentzündung erkrankte, folgte er 1919 einem Ruf als Professor an die Staatliche Akademie für Kunst und Kunstgewerbe in Breslau. Dort lehnte er das bürgerliche Leben konsequent ab und verkehrte stattdessen in der Breslauer Künstlerbohème.

Ein künstlerischer Höhepunkt seines Spätwerks entstand nach Reisen nach Spalato und Sarajevo, wo er zeitweise unter Roma lebte: die berühmte „Zigeuner-Mappe“ von 1927, eine Serie von neun Farblithografien. Mueller lehrte bis zu seinem Tod am 24. September 1930 in Breslau. Wenige Jahre später, im Jahr 1937, beschlagnahmten die Nationalsozialisten 357 seiner Werke aus deutschen Museen als sogenannte „Entartete Kunst“.

Interessanter Fakt:

Aufgrund seiner Faszination für die Kultur der Roma, seiner dunkleren Ausstrahlung und der Vermutung, seine Mutter sei Roma gewesen, erhielt Otto Mueller im Kunst- und Freundeskreis den liebevollen Spitznamen „Zigeuner-Mueller“.